Auch dieses Mal war die Tramp-Aktion ein voller Erfolg und wir haben für eine Woche München und Wien all inclusive ca. 120 € ausgegeben. Man kann sich wohl gut vorstellen was für verschiedenste Gestalten Joschi und mich mitgenommen haben, bei so einer langen Fahrt.
Auf Platz 1 ist allerdings ganz klar ein Rumäne, der uns bei Nürnberg auf der Hinfahrt mit dem gebrochenen Satz "where do you go?" in sein Auto einlud. Als erstes war ich leicht irritiert, da sein Lenkrad auf der rechten Seite war und das mocca-farbene Interieur seiner Volvo-Limusine von ihm selbst mit neon-orangenem Lack verschönert wurde(Ihr könnt euch die Farbkombi nicht vorstellen!). Er begründete meine Frage mit dem Satz: "this car is from London!". Danach fügte er hinzu, dass er seit 30 Stunden nicht geschlafen habe, weil er von London durchgefahren ist und bot uns eine Dose Red Bull an aus seinem Handschuhfach indem sich ungefähr 10 weitere Dosen befanden. Natürlich trug der Herr eine Soldaten-Turm-Frisur und war legere in einem weißen Feinripp-Muscle-Shirt mit einer Streifen-Trainings-Hose unterwegs. Sobald er die Möglichkeit hatte zu beschleunigen wurde auch sofort folgender Track so laut aufgedreht, dass es uns fast das Trommelfell zerstörte:
Bei einer Geschwindigkeit von 200 kmh auf der linken Spur ging dann überraschenderweise der Motor aus, was danach ungefähr alle 10 minuten passierte. Er meinte nur "Its a good car, but fucking engine!" Weitere Sätze wie "Do you like the Mafia?" und der Blick in seinen Pass mit min. 40 Visa-Stempeln machten langsam deutlich mit was für einem Kaliber wir es hier zu tun hatten. Kurz vor der deutschen Grenze wurden wir natürlich von der Zivil-Polizei kontrolliert und Joschi und ich fragten uns die ganze zeit ob der Typ uns jemals aus dem Auto rauslässt und ob er im Kofferraum nicht ein paar Kilo Kokain verstaut hatte.
Weitere Mitfahrer-Highlights waren ein Jurymitglied von Austria's Next Topmodel und 3 Besoffene Jungs die uns nach 5 Min eine Gin-Mische anboten (es war 16.00 Uhr).
Wir haben die Zeit allerdings nicht nur auf der Straße verbracht sondern auch die Städte genossen. In Wien haben wir gelernt, dass wir Deutschen die „Piefkes“ sind und dass das männliche Geschlechtsteil gerne „Beidel“ und die weiblichen Geschlechtsteile gerne „Döpfe“ genannt werden. Partymäßig waren wir immer zu lange am Vorglühen und sind deswegen nie in einen coolen Club gekommen, allerdings sind wir in einer sehr netten Thai-Karaoke-Bar gelandet, in der es sich gut feiern ließ unter Männern über 40 die entweder Thailand-Liebhaber, Sex-Geil oder Drogendealer waren. Wien ist wirklich eine geile Stadt!
München war uns ja schon bekannt und deswegen wurde dort wieder mehr dem Alkohol gefrönt anstatt sich irgendwelche Touri-Kacke anzuschauen. Eine witzige Anekdote ist uns allerdings am letzten Abend passiert, nachdem Max W., Joschi und Ich sehr betrunken aus dem Burger King kamen und bemerkten das selbiger gerade beliefert wurde. Natürlich denken sich 3 Jungs in diesem Zustand sie könnten ja so einen Karton Burger-Fleisch gut gebrauchen und kurzerhand wurde dann auch ein mittelgroßer Karton entwendet. Nicht weit vom BK befand sich ein 5-Sterne-+-Hotel, das wir uns mitsamt unserer Ladung gerne mal von Innen anschauen wollten (Uhrzeit ca. 4.00 Uhr morgens). In der Lobby fiel uns ein Mann auf der alleine mit einer unglaublich männlich-wirkenden Frau saß und sich unterhielt. Beim Vorbeigehen fiel uns auf dass es dieser Mann war:

Nachdem uns der Pförtner empfing und ungläubig nachfragte, was wir denn hier wollen, antworteten wir „wir suchen den Ausgang“. Der Pförtner hingegen verstand „wir suchen den Aufzug“ und meinte nur ganz nüchtern: „2x rechts und dann links“. Während wir durch riesige Marmor-Hallen liefen, mussten wir uns extrem beherrschen nicht laut los zu lachen, weil dieser Pförtner UNS(wir waren alle total hacke!) einfach so passieren lies. Im mit Gold verkleideten Aufzug angekommen, wollten wir nur noch hoch aufs Dach (Wir waren fest davon überzeugt, dass wir das schaffen!). Die Türe ging zu und dann krachte auch schon der Kartonboden unserer BK-Beute durch und der Inhalt verteilte sich dezent im goldenen Aufzug. Überraschenderweise passte der Inhalt des Kartons sehr wohl zum Gold im Aufzug. Mit unserem riesigen Verstand hatten wir natürlich kein Fleisch geklaut sondern das, was man wohl am allerwenigsten braucht vom verfickten BK: Es waren 1000 goldene BK-Kronen!
Vor lauter lachen bemerkten wir nicht wie sich die Türe öffnete und der gleiche Pförtner wieder vor der Tür stand und diesmal sagte: „Jungs, entweder ihr haut jetzt ab oder ich ruf die Polizei, und den scheiß nehmt ihr auch mit!“. In der Lobby saß immer noch nur Bushido mit dieser sehr ominösen Dame (vielleicht eine Gespielin) und blickte uns beim vorbeigehen sehr skeptisch an. Die 1000 Papier-Kronen wollten wir natürlich wieder loswerden und platzierten sie schlauerweise direkt vorm Haupteingang des Hotels. Jetzt befanden sich nur noch geniale Ideen in unseren Köpfen, wie zB. erneut rein zu gehen und ein Foto mit Bushido zu machen! Leider war der Pförtner dann nicht mehr so lustig und drohte erneut mit der Polizei, also beschlossen wir die 1000 Kronen, hinter der nächsten Ecke fallen zu lassen und heim zu gehen.
Ein paar sehr ereignisreiche Tage liegen hinter mir und Fotos folgen vom Super-Fotograf Joschi, dem ich hiermit auch noch für die coole Zeit danke!
Grizzly
7 Kommentare:
Klingt gut! Ich glaube ein Kurzfilm über diesen Ausflug hätte Welterfolg.
uuuh, so boring!!! nee spaß, klingt echt lustig. hätte auch mal wieder boch auf nen trip...
wir müssen unbedingt, bald mal alle zusammen in eine karaoke bar!!!
klingt nach ner Menge Spaß...
Da werd ich glatt neidisch Jungs.
Musste einige male laut lachen beim lesen der Anekdote. Das is sooo typisch, ich konnte mir das vor meinem inneren Auge perfekt vorstellen!
geil war auch unsere reaktion nachdem der pförtner die fahrstuhl tür von außen geöffnet hatte.
ich bin raus und meinte nur, als wäre nix passiert: seltsam, hier sieht es aus wie unten.. wir waren noch unten und haben kein einziges stockwerk geschafft. alter.
sehr witzig...
nur ob eine offene kundgebung über den diebstahl von 1000 bk kronen im netz so sinnvoll ist und die erwähnung des beteiligten max w. ist fragwürdig..
bis bald hasen.
ach ja.
http://images.lokalisten.de/photos/a/2009/03/11/12/04/71837_1236772027697l.jpg
oh ja, unser absturz im willenlos nicht zu vergessen!
war ein ziemlich harte, aber extrem geile zeit!
im sommer dann der nächste trip, bro! is jedesmal ein spaß!
Kommentar veröffentlichen